Zoo Magdeburg 2016-10-15T11:05:27+00:00

Zoo in Magdeburg

Der Magdeburger Zoo mit Dr. Kai Perret als Geschäftsführer zählt zu den umstrittensten Zoos in Deutschland. Diese Seite soll einen Überblick über die fragwürdigen Machenschaften bieten.

2001 bis 2003 – Todesserie im Affenhaus

Im Jahr 2000 wurde im Magdeburger Zoo ein neues Haus für die Affen gebaut. Schon nach wenigen Monaten kamen erste Baumängel zum Vorschein. Aufgrund der schlechten Belüftung hatten sich Schimmelpilze gebildet. Bei den drei Orang-Utans wurde kurze Zeit später eine Lungenentzündung festgestellt. Im Juli 2001 starb der erste Orang-Utan, im Januar 2003 verstarb dann der Zweite. Der dritte Orang-Utan litt im Frühjahr 2003 an einer lebensbedrohlichen Lungenentzündung, die er überlebte.

Die Organisation Pro Wildlife erstattete Anzeige gegen den Zoo. Als Konsequenz daraus musste der Zoo im Juni 2003 das Affenhaus schließen.

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2008 – Strafanzeige wegen Tigermord

Der wohl bekannteste Fall ereignete sich 2008. Da die neugeborenen Tigerbabys nicht reinrassig waren, wurden diese nach ihrem ersten Lebenstag vom Zoodirektor und drei Helfern umgebracht. Ein Gentest hatte gezeigt, dass der Vater nicht nur von Sibirischen, sondern auch von auch von Sumatra-Tigern abstammt. Da der Zoo sich für die sogenannte Erhaltungszucht einsetzte, waren die drei Tigerbabys wertlos für ihn und haben wichtige Plätze für reinrassige Tiger blockiert.

Nach der Tötung wurde Anzeige gegen den Magdeburger Zoo erstattet. Lt. dem deutschen Tierschutzgesetz ist die Tötung ohne vernünftigen Grund strafbar. Der Zoodirektor und seine drei Helfer wurden zunächst zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In der zweiten Instanz wurde das Ganze auf eine Geldstrafe abgemildert.

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2010 – Verkauf von Tieren aus dem Zoo an dubiose Händler

Im Jahr 2010 geriet der Magdeburger Zoo in die Kritik, da Dokumente auftauchten, nach denen 24 Humboldt-Pinguinen anscheinend spurlos verschwunden sind. Der Verdacht lag nah, dass diese an einen dubiosen Tierhändler verkauft wurden. Bereits 2006 hatte Kai Perret 14 Pinguine der gefährdeten Art an einen Tierhändler verkauft, der zu diesem Zeitpunkt seinen Handel schon nachweislich aufgegeben hatte.

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2011 – Fang wilder Elefanten

Auch im Jahr 2011 machte der Zoo auf sich aufmerksam, als der Zooleiter Kai Perret bekannt gab, er habe vor, wilde Elefanten für den Zoo einzufangen. Eine Aufstockung war notwendig, da der Zoo lt. EU-Haltungsbedingungen zu wenig Elefanten in seinen Bestand hatte.

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2011 – Strafanzeige wegen Tötung von 27 Zebrafinken

Ebenfalls im Jahr 2011 wurde Strafanzeige gegen den Zoo wegen der Tötung von 27 Zebrafinken gestellt. Die Tötung ging aus den selbst geführten Bestands- und Abgangslisten 2011 hervor. Da die Zebrafinken zu klein waren, um als Futtermittel verwendet zu werden und Platz für eine attraktivere Vogelart geschaffen werden musste, erfolgte die Tötung wieder ohne vernünftigen Grund.

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Aktuelles

Sucht man im Internet nach Informationen zum Magdeburger Zoo, stößt man zwangsläufig auf Berichte von Zoobesuchern, die den Zustand und die Größe der Anlagen, sowie die Sauberkeit kritisieren:

2 Kommentare

  1. Nadine 2. März 2014 um 08:20 Uhr- Antworten

    Hallo,

    die Haltung von Tieren in einem Zoo ist ohne Zweifel nicht artgerecht, geschweige den zu tolerieren.
    Aber sollten wir nicht immer zwei Seiten betrachten? Gewiss ist es grausam, dass „artenunreine“ Tiere getötet werden. Aber im Fall Zoo Magdeburg fragt auch niemand nach dem WARUM?
    Ein Zoo hat gewisse Auflagen. Er ist dazu gezwungen artenreine Tiere zu halten. Kommt es zu einer Vermischung von Erbgut, sind die Tiere nicht mehr rein genug, um in einem Zoo gehalten zu werden. Hierfür wird ein Zoo dann noch bestraft. Er muss also seine Tiere weg geben. Im Fall Zoo Magdeburg sollten die Tigerbabys nach China. Wohlmöglich zu irgendwelchen Tiershows.
    Allein der Transportweg wäre eine riesen Qual für die Tiger gewesen, und ein Leben als Artist in einer Tiershow ist auch nicht lebenswert.
    Sicher hätte es noch andere Wege als die Tötung gegeben, aber es hat die Tiger vor einem qualvollen Leben „gerettet“. Wie gesagt, auch ich heiße die Tat nicht für gut, aber ich möchte etwas dunkel gegen die Anklage des Zoodirektors nehmen.
    Ich hatte während meiner Studienzeit ein ökologisches Fach vom Zoodirektor unterrichtet bekommen. Die ersten Vorlesungen waren der Horror für mich, weil ich seine Tat nicht verstehen konnte. Doch er hat später sehr offen über seine Beweggründe gesprochen. Bei einer Führung hinter den Zookulissen habe ich auch gemerkt, dass er eine sehr persönliche Bindung zu allen Tieren hat. Die Tiere kamen sofort an, haben sich von ihm streicheln lassen und hatten Freude in den Augen. Gehen Tiere so auf gewaltbereite Menschen ein? Tiere haben ein gutes Gespür für die Aura eines Lebenwesen.
    Wir sollten lieber unsere Familie und Nachbarschaft aufklären, was sie mit einem Zoobesuch bewirken. Denn würde es den Zoo nicht geben, würde es auch kein „artenreines“ Zoogesetz geben.

    LG
    Nadine

    • Heiko 16. März 2014 um 19:52 Uhr- Antworten

      Hallo Nadine,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kenne mich mit den Auflagen für einen Zoo nicht aus, aber ich bin der Meinung, dass es neben dem Verkauf nach China noch andere Lösungen geben muss. Und die Tötung der Tigerbabys stellt in meinen Augen nur eins von vielen Vergehen dar.

      Ich stimme dir auf jeden Fall zu, dass die Menschen aufgeklärt werden müssen, was ein Zoobesuch bedeutet. Denn nur dadurch können die Tiere zukünftig geschützt werden.

      Gruß
      Heiko

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